kraxl in der Presse

BR Radio - Kletterhosenhersteller Tommy Sieber und Josef Weber

Ein Beitrag von: Wolf, Margarita - Stand: 26.04.2018

Tommy Sieber, Margarita Wolf und Josef Weber | Bild: BR/Markus Konvalin

Klettern ist seit Jahren ein gefragter Trendsport. Dazu braucht man neben Seilen, Gurten und Karabinern auch eine Kletterhose. Weil es aber gar nicht so leicht ist, eine passende aus hochwertigen Materialien gefertigte zu finden, haben sich der Modeschneider Tommy Sieber und der Kletterer und Sportladenbesitzer Josef Weber zusammengetan und die Hose "Kraxl" auf den Markt gebracht.

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Artikel von Sophia Koppensteiner in der "Land der Berge" Sonderausgabe 2018, die der Tageszeitung "Standard" in Österreich beigelegt war.

Land der Berge


... "KRAXL steht für Slow Fashion und „viel Leidenschaft“. In Landsberg am Lech entwickeln und nähen Josef u. Tommy durchdachte Kletterhosen aus Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau, die in der Türkei geerntet und in Deutschland gewebt wird. Neben den Verkaufsschlagern „Sepp“ und „Josefine“ bietet KRAXL auch Maßanfertigungen
an und beheizt die kleine Produktionsstätte mit selbst angebauter Biomasse." ...

Der volle Artikel zum nachlesen: Equipment mit Verantwortung

Kraxl im Kreisboten Landsberg 21.02.2018

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Prittriching/Landsberg – Bei 200 Lagen wird selbst weiche Baumwolle zum Brett. „Hart wie Holz“, sagt Tommy Sieber. Er klopft auf den dicken Stapel Stoff auf dem Zuschneidetisch. Mit einer Schere hat das keinen Zweck – hier muss ein „Stoßschneider “ ran. Hat er natürlich, denn der Mann ist Profi: Sieber ist selbstständiger Modeschneider. Mit der Kletterhose „Kraxl“ lieferte er den Beweis, dass sich Textilproduktion in Bayern sehr wohl lohnen kann. In einem ehemaligen Einfamilienhaus in Pittriching-Winkl produziert er in Handarbeit eine Hose, die pro Jahr 3000 Mal über den Ladentisch geht.

Optisch hat Sieber nichts, aber gar nichts vom Klischee-Modeschneider: Die Statur kräftig, fast bullig. Mit kurzrasiertem Kopf, Dreitagebart und breitem Grinsen steckt der 31-Jährige in einem Hiphop-Outfit. Der Mann würde gut als Handwerker am Bau durchgehen – und das war er auch mal: Sieber hat Rolladenbauer gelernt. „Maurer wollt ich nicht, das war schon der Vater.“

Der Job ist aber nicht weniger hart. „Ich hab auch Fenster gesetzt und Wintergärten gebaut“, sagt er. Die Quittung: Ein Bandscheibenvorfall nach wenigen Jahren. Physiotherapie, Wirbelsäulengymnastik, alles ohne Erfolg. Schließlich eine Operation, dann sind die Schmerzen weg. „Schwer heben darf ich aber nicht mehr“, sagt er. Muss er auch nicht. Textilien sind viel leichter als Dreifachglas-Fenster. Hart arbeiten muss Sieber trotzdem. „Zwölf Stunden am Tag“, sagt er. Acht bis zehn Hosen schafft er am Tag. Er beschäftigt drei 450 Euro-Kräfte, ansonsten ist „Tommy Sieber“, wie seine Mini-Fabrik heißt, eine One-Man-Show. Inzwischen ist sie in Siebers ehemaliger Wohnung in seinem Elternhaus Pittriching-Winkl untergebracht, er selbst ist ausgezogen: Die Nähmaschinen stehen im früheren Wohnzimmer, das Büro ist in der Küche. Im Badezimmer hängen Schnittmuster von der Decke, an den Wänden stecken hunderte von bunten Garnrollen. Das hat was von Arbeits-WG.

Wenn Tommy Sieber nicht an der Nähmaschine sitzt, kümmert er sich um alles: Im Moment ist ein Gast da, zum Probearbeiten. Jasmin Hohn, 28, sucht einen Nebenjob. Sieber zeigt ihr, wie man Hosentaschen mit dem Bügeleisen fürs Nähen vorbereitet. Während der Dampferzeuger am Bügeltisch keucht und Jasmin bügelt, schlummert eine rote Katze auf einem Stoffstapel. „Kodale, unser Maskottchen. Der hat alles im Blick“, sagt Sieber und lacht, dass seine Augen zu schmalen Schlitzen werden.

Eine Umschulung über die Agentur für Arbeit brachte Sieber nach der OP an die Nähmaschine. Bei der IHK Augsburg macht er eine zweijährige Ausbildung zum Modeschneider. Allerdings nicht, weil er von Haute Couture träumt. „Mode hat mich noch nie interessiert“, sagt er trocken. Es ist das Herstellen, das textile Handwerk, was ihn reizt: Früher waren es Tabakbeutel, die er für Freunde macht. Später Hemden. Die gelingen aber erst nach der Ausbildung: 2014 macht er sich, den Gesellenbrief in der Tasche, selbstständig.

Es vergeht ein Jahr, bevor er mit „Kraxl“, der Kletterhose, seine Existenz auf zwei solide Hosenbeine stellen wird. Ein hartes Jahr. „Ich hatte keine Krankenversicherung mehr“, gesteht Sieber. Seine Freundin kauft für ihn Essen ein. Die bange Frage: Wie Aufträge bekommen? Sieber klappert Boutiquen in Augsburg, Landsberg und Fürstenfeldbruck ab. Sagt: Ich schneidere Euch Eure Lieblingshose! Manche Inhaber schlagen ein, freuen sich über die gute Qualität.

Sieber schneidert los. Näht im „Milchkammerl“, einem kalter und feuchter Raum in dem ehemaligen Bauernhof. Zwischen ihm und den Maschinen ist kaum Platz. Auch, wenn er sparsam vorgeht – etwa den Zuschneidetisch selbst zimmert – muss er viele tausend Euro in gebrauchte Maschinen investieren. Er lernt den harten Preiskampf kennen. „Aldi verkauft Hosen für 9,99 Euro. Da krieg ich nicht mal den Stoff dafür“, erklärt er. Mancher Freund sagt: ‚Jetzt such dir endlich einen Job!’ Sieber zweifelt – macht aber weiter.

Bis sich seine Wege mit denen von Josef Weber kreuzen. Auf der Geburtstagsparty eines Freundes. „Ich habe jemanden gesucht, der uns Kletterhosen schneidern kann“, sagt Weber heute. Der 39-Jährige ist Mitinhaber der Alpinsportzentrale in Landsberg. Die Chemie stimmt, die Männer experimentieren herum – und 100 Hosen später ist „Kraxl“ ausgereift. Praktisch, robust, bequem am Fels. Und, wie Weber erklärt, „einen schönen Hintern macht sie auch“.

„Kraxl“ ist aus zertifizierter Biobaumwolle, von einer deutschen Weberei. Und hat viele liebenswerte Details, wie etwa einen blauweißen Rautenmuster-Einsatz an einer Tasche: Made in Bavaria eben. Sie wird zum Renner bei Kletterern und Bouldern, die die gute Qualität schätzen – und den moderaten Preis von 120 Euro. Nicht viel, angesichts der rund 100 Arbeitsschritte. „Den Preis kriegen wir hin, weil wir direkt vertreiben“, sagt Weber. Und weil sie vieles selbst machen: Webers Laden-Kompagnon Martin Schmid macht die Finanzen, als Fotomodelle halten Weber und Siebers Freundin her. Und natürlich, weil Sieber und sein Team so produktiv sind.

Jasmin ist nun mit der Probearbeit fertig und stellt das Bügeleisen ab. „Ich wäre dabei“, sagt sie, und strahlt. Sieber nickt, er ist zufrieden mit ihrer Leistung. Und – klar! – er kann bei den Hosen Unterstützung brauchen. Inzwischen schafft er es gelegentlich, selbst mal Sport zu machen. Und Zeit für die Freundin zu haben. „Ich hätte aber Lust, mal wieder ein bisschen zu ‚desig­nern’“, sagt er.

Eine Mütze gibt es, ein „Kraxl“- Kalkbeutel für die Kletterer ist schon in Arbeit. Und ein Kleidchen für die Kletterdamen in Planung: Fürs „Après-Klettern“ nämlich. Bedeutet aber: erneut viele Stunden an der Nähmaschine. Sieber winkt ab: „Gegen Arbeiten hab ich noch nie was gehabt.“

Klaus Mergel


Kraxl im Kletterhosentest im Klettermagazin "Klettern" Nr. 3/2016

Ganz neu auf dem Markt sind die Hosen von Kraxl, so neu, dass die Shopseite der Firma noch keinen Monat alt ist. Die Hosen werden im bayerischen Landsberg designt und hergestellt. Wie bei vielen Kleinfirmen ist die Machart liebevoll und aufwendig, besonders die „Sepp“ ist mit Taschen und Schlaufen für Chalkbag und Bürste bestens ausgestattet. Die Damenhose „Conny“ kommt etwas einfacher daher, gefällt aber durch Bequemlichkeit und engt vor allem vom Schnitt her beim Klettern nicht ein. Das gilt im übrigen auch für die „Sepp“. Bei beiden Hosen ist der Stoff fest, aber nicht zu dick oder warm.

Fazit: Biobaumwolle, gute Schnitte und Ausstattung, dazu noch echt bayerischer Style mit blau-weißen Applikationen: Die Kraxl-Hosen sind noch jung, können aber schon gefallen. 
Material: 98 % Bio-BW, 2 % Elastan
Ausstattung: elast. Bund mit Druckknopf, Eingriff mit Knopfleiste; Beinsaum mit Kordelzug; 2 Taschen vorn; 3 Taschen hinten, davon 2 mit Druckknopf; seitl. Tasche am Oberschenkel; Schlaufe für Boulderbürste seitl., Schlaufe für Chalkbag hinten. Preis: 109,95 Euro www.kraxl.eu

Kletterhosentest im Klettermagazin Nr. 3/2016


kraxl in der Augsburger Allgemeine/LANDSBERG 07. Juni 2017

Augsburger Allgemeine